Hedelfingen
wurde zwischen 260 und 500 n. Chr. von dem Alamannen
Hadolf und seinem Geschlecht gegründet. 496
n. Chr. verloren die Alamannen im Kampf gegen
die Franken ihre Selbständigkeit und wurden
gezwungen sich zum Christentum zu bekehren. Die
Bekehrung der Hedelfinger erfolgte wohl von der
Michaeliskirche in Berkheim (bei Esslingen) aus.
Am Anfang des 13. Jahrhunderts wurde in Hedelfingen
- wahrscheinlich am Platz der heutigen alten Kirche
- eine Kapelle gebaut, die der Propstei Nellingen
angegliedert war. Wann die alte Kirche in ihrer
ursprünglichen Form gebaut wurde, ist uns
nicht bekannt; fest steht jedoch, daß sie
schon lange vor der Reformation, die 1534 hier
eingeführt wurde, errichtet worden war.Im
Zusammenhang mit der Geschichte der Grafen und
Herzöge von Württemberg taucht der Name
Hedelfingen jahrhundertelang immer wieder auf.
Außer dem Grafen von Württemberg hatten
aber auch viele Klöster und weltliche Herren
in dem weinreichen Hedelfingen Grundeigentum und
Einkünfte. So wird 1291 in einer Urkunde
der Herren von Bebenhausen der Name “Hedilvingen”
erwähnt.Die Lage des Ortes zwischen der württembergischen
Residenz und der Reichsstadt Esslingen brachte
es mit sich, daß Hedelfingen zwischen dem
13. und 16. Jahrhundert öfters zum Kriegsschauplatz
wurde; denn Württemberger und Esslinger bekämpfen
sich damals aufs grimmigste.
Besonders schlimm war es auch im 30 jährigen
Krieg (1618-1648). Unendliche Lasten in Form von
übermäßigen Steuern, Durchzugskosten
u.ä. führten zu einer großen Verarmung.
Gegen Ende des 17. und zu Beginn des 18. Jahrhunderts
brachten die Melac-Zeit und der spanische Erbfolgekrieg
den Hedelfingern viele Drangsalierungen un wiederum
unendlich hohe Ausgaben. Und auch während
der Napoleonischen Kriege erlebten die Hedelfinger
manche Schreckenstage; außerdem hatten sie
unter der Last hoher Kriegsabgaben zu leiden.
Bis 1815 ging das Kriegsgetümmel im Neckartal
hin und her - die “gute alte Zeit” war also bei
näherer Betrachtung gar nicht immer so ruhig
und idyllisch.
Bemerkenswert war, mit welchem Fleiß und
welcher erstaunlichen Zähigkeit die Hedelfinger
am Werke waren, wenn es galt aufzubauen, Neues
zu schaffen, Verarmung, Not und Elend zu überwinden.
Trotz aller Schicksalsschläge wuchs deshalb
Hedelfingen bis zum Jahre 1812 zu einem stattlichen
Ort von 975 Einwohnern; 1871 waren es 1553 und
1900 etwa 2000 Einwohner. Die Bevölkerung
lebte bis dahin zum größten Teil vom
Weinbau, Ackerbau und Viehzucht. Die Weinberge
reichten bis an die Talaue (heutige Schwanenstraße)
und zogen sich über die Hänge der Kreuzhalde,
des Steinenbergs und des Unteren Rots.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung
rasch an: 1925 waren es bereits 3500 Einwohner,
1949 über 5300. Für dieses schnelle
Wachstum waren natürlich der günstige
Standort von großer Bedeutung. Am 1.4.1922
wurde Hedelfingen nach Stuttgart eingemeindet.
Die starke Industrialisierung im Neckarraum brachte
es mit sich, daß der früher rein ländlich,
hauptsächlich vom Weinbau geprägte Ort,
sich immer mehr zu einem Wohnort für die
Beschäftigten der im Ort und der Umgebung
ansässigen Betriebe wandelte.
Die
Anlage des ersten Ackers im Rohr, im Gebüsch,
wie auch die Anfänge einer katholischen Gemeinde
in Rohracker liegen für uns im dunklen. Urkundlich
belegt ist die Tatsache, daß das Zisterzinserkloster
Bebenhausen bereits im Jahre 1282 in Rohracker
Weinberge besessen hat. Wohl zu derselben Zeit
dürfte auch in Rohracker die erste, wahrscheinlich
aus Holz gebaute Kapelle entstanden sein. Man
stellte sie unter den Schutz Mariens und des heiligen
Bernhard von Clairvaux. 1316 traten die Herren
von Bernhausen die Burg Rohreck mit Rohracker
und Sillenbuch an Württemberg ab. Der Ort
zählte damals rund 300 Einwohner. 1447 lösten
sich die beiden Gemeinden vom Kirchenbezirk Wangen
ab und errichteten eine eigene Pfarrei. 1558 legte
Pfarrer Pankratius Breuning die ersten Kirchenbücher
an. 1450 suchten die Esslinger den Ort heim. Und
die Nöte des Dreißigjährigen Krieges
erfuhr man auch hier. Am 14.3.1792 baten Vorsteher
und Bürger von Sillenbuch: “Einen eigenen
beständigen Provisor für ihre zahlreiche
Schuljugend aufstellen zu dürfen.” Es waren
beschwerliche Wege, die die erste Lösung
Sillenbuchs von Rohracker verursachten.1937 wurde
Rohracker nach Stuttgart eingemeindet. Seit 1948
bilden Hedelfingen und Rohracker einen Stadtbezirk.
Alten und Neuen Siedlungsgebieten ist gemeinsam,
daß ihren Bewohnern zuerst die ungelösten
Probleme ihrer örtlichen Gemeinschaft wichtig
sind.Als Betroffene haben Sie Anspruch darauf,
Ihre Wünsche zum Beispiel nach besseren Straßen,
mehr Schulräumen oder einem Sportplatz gegenüber
dem Gemeinderat und übrigen Vertretern der
Gesamtinteressen der Stadt geltend zu machen.
Mit der Einteilung der Stadt in 23 Stadtbezirke
und der Einrichtung von Bezirksräten ist
eine Voraussetzung zu der für die Demokratie
lebensnotwendigen Mitarbeit breiter Schichten
der Bevölkerung an der Gestaltung des Gemeinsamen
Lebensraumes in örtlich überschaubaren
Bereichen geschaffen worden. Die Bezirksbeiräte
müssen bei allen entscheidenden Angelegenheiten,
die den Stadtbezirk betreffen, gehört werden.
Ihre Aufforderung, ein Problem anzupacken, ihre
Äußerung zu Lösungsvorschlägen
der Stadtverwaltung und ihre konkreten Gegenvorstellungen
zu bestimmten Sachfragen geben der Verwaltung
häufig wesentliche Anregungen und erleichtern
dem Gemeinderat die Entscheidung. Gleichzeitig
sind die Bezirksbeiräte wichtige Mittler
der Stadtverwaltung zum Bürger.